Projekt Ehrensachen
Die Stadt Düsseldorf erhielt für das nachstehend aufgeführte Projekt einen Ehrenpreis.Im Name der Ehre
Nach Angaben der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes mussten in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren mehr als 40 Frauen sterben, weil sie aus Sicht der Familie traditionelle Normen und Regeln verletzt hatten. Im Februar 2005 wurde die 23jährige Hatun Sürücü von ihrem 19jährigen Bruder in Berlin erschossen. Dieser Mord "im Name der Ehre" ist ein besonders trauriges Beispiel und hat die Menschen in Deutschland aufgerüttelt - auch wegen des ergangenen umstrittenen Urteils.
Berichte in den Medien
Zu den Themen "Ehrenmorde" und "Zwangsheirat" verweisen die Berichte in den Medien einerseits auf die realen Probleme mangelnder gesellschaftlicher Integration und zeigen, dass bestimmte Teile der Migranten ein eher archaisches Männlichkeitsbild pflegen.
Sensibilisierung
Düsseldorfer Vereine, Verbände und Institutionen, sensibilisieren mit verschiedenen Aktionen die Gesellschaft für die Themen sogenannter "Ehrenmorde" und "Zwangsheirat". Deutlich wird, dass eine aufgeklärte Gesellschaft, die sich an den universellen Menschenrechtsnormen orientiert, "Ehrenmorde" an Mädchen und Frauen oder "Zwangsheiraten" - auch bei Männern - nicht hinnehmen kann.
Einladung zu Vernetzungstreffen
Die Resonanz auf die Einladung war groß - die Treffen mit 45 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sehr gut besucht. Sie dienten dem Austausch von Erfahrungen, wie in den jeweiligen Einrichtungen die Themen "Zwangsheirat" und "Ehrenmorde" diskutiert wurden und werden. Dabei war es allen Beteiligten wichtig, pauschalierende Verurteilungen gegenüber Migrantinnnen- und Migrantengruppen zu vermeiden, aber gleichzeitig Projekte ins Leben zu rufen, um reale Probleme zu bearbeiten.
Projektkooperation
Die Planung und Umsetzung der Projektwoche Ehrensache(n) übernahmen folgende Einrichtungen:
- Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Düsseldorf
- Respekt und Mut, Diakonie Düsseldorf
- Fachstelle für Gewaltprävention im Jugendamt der Stadt Düsseldorf
- Fachstelle Integration im Amt für Soziale Sicherung und Integration der Stadt Düsseldorf
Ausstellung von Terres de Femmes "Im Namen der Ehre"
Der Frauenausschuss (heute Gleichstellungsausschuss) beschloss die
Ausstellung "Tatmotiv Ehre" (110 kb) der Menschenrechtsorganisation Terres des Femmes e. V. nach Düsseldorf zu holen. Die Ausstellung thematisiert Gewalt an Frauen "Im Namen der Ehre".
Sie wurde für den Zeitraum vom 1. bis 15. Juni 2007 im Technischen Rathaus (Brinkmannstraße 5) gezeigt.
Beteiligung an der Projektwoche "Ehrensache(n)" im Juni 2007
- Frauen- und Mädchenunterstützungseinrichtungen
- Migrationsfachdienste der Arbeiterwohlfahrt, Diakonie und Caritas
- Migrantinnen- und Migrantenselbstorganisationen
- der Ausländerbeirat der Stadt Düsseldorf
- der Kriminalpräventive Rat
- Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, der Moscheen, der Verbände und Vereine, Kultureinrichtungen und Ämter/Abteilungen der Stadtverwaltung Düsseldorf.

Plakat zur Ausstellung "Tatmotiv Ehre"

