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Aktuelle Themen:

Neues aus den Stadtbüchereien

Mai 2012

Ausleihstart für Blu-ray-Discs

Ab sofort sind bei den Stadtbüchereien Düsseldorf auch Blu-ray-Discs im Angebot. Mit 1.100 Exemplaren ist die Ausleihe zunächst in der Zentralbibliothek gestartet. Für angemeldete Nutzer der Stadtbüchereien ist sie kostenlos. Die neuen digitalen optischen Scheiben bieten gegenüber herkömmlichen DVD-Videos eine wesentlich höhere Datenrate und Speicherkapazität, wodurch sie Filme mit deutlich besserer Auflösung wiedergeben können. Das Abspielen einer Blu-ray-Disc erfordert einen speziellen Blu-Ray-Player, jedoch nicht zwangsläufig einen hochauflösenden Flachbildschirm. Herkömmliche DVDs können auf den neuen Playern auch noch angesehen werden, so dass der gesamte Filmbestand der Stadtbüchereien genutzt werden kann.

Aktion "Lesefreunde"

Anfang des Jahres hatten die Stiftung Lesen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Lesebegeisterte aufgerufen, andere Menschen mit einem Buchgeschenk zum Lesen zu inspirieren. Bundesweit registrierten sich die vorgesehenen 33.333 Buchschenker und wählten Ihren Lieblingstitel, den sie je 30 Mal verschenken durften. Für die Zentralbibliothek als Abholstelle entschieden sich 61 Personen, so dass rund um den Welttag des Buches dort beinahe zweitausend Bücher auf ihr weiteres Schicksal warteten. Wer zu den Schenkern oder Beschenkten gehörte, kann seine Erfahrungen und Erlebnisse gern auf unserer facebook-Seite www.facebook.com/stadtbuechereien.dueseldorf veröffentlichen.

SommerLeseClub kommt wieder

Dank der Unterstützung des Freundeskreises können die Stadtbüchereien Düsseldorf sich auch in diesem Jahr wieder an der landesweiten Aktion SommerLeseClub für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren beteiligen. Wie in den vergangenen Jahren wird ein besonders attraktives Medienangebot bereit stehen, um die Kids in den Sommerferien zum Lesen zu animieren. Wer mit der Lektüre von mindestens drei Büchern erfolgreich teilnimmt, kann damit sogar seine Schulnote in Deutsch aufwerten. 2012 werden sich neben der Zentralbibliothek sechs Stadtteilbüchereien an der Kampagne beteiligen.

Buchstabensuppe

Das Bücherei-Blog "Buchstabensuppe" (es heißt wirklich DAS Blog! obwohl man laut Duden auch "der" Blog sagen darf) in die WebÖffentlichkeit gegangen: stadtbuechereienduesseldorf.wordpress.com/ Natürlich sind die Stadtbüchereien mit ihrer Zentralbibliothek, den 14 Stadtteilbüchereien und dem Bücherbus immer einen Besuch wert, aber wenn Sie mal nicht in der Stadt, im Land oder auf dem Kontinent sind, lieber vor dem Kamin kuscheln oder im Garten in der Sonne schmoren, können Sie unseren Blog besuchen. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden, was bei uns so passiert, wir möchten in der "Buchstabensuppe" Belanglosigkeiten und Weltbewegendes mit Ihnen teilen.

Lesetipp

Tim Parks: "Die Kunst stillzusitzen"
Tim Parks, Jg. 1954, ist in Manchester geboren, hat in Cambridge und Harvard studiert und lebt heute - als Professor für Literarisches Übersetzen an der Universität Mailand - mit seiner Familie in Verona. Der Autor von zwanzig Romanen gilt als gebildeter Kenner der europäischen Geistesgeschichte. 2010 verblüffte Parks die literarische Welt mit der Buchveröffentlichung "Die Kunst stillzusitzen. Ein Skeptiker auf der Suche nach Gesundheit und Heilung." Schwer einzuordnen zwischen Autobiografie und Sachbuch, zwischen Kulturgeschichte, Medizin und Esoterik, wehrt der Autor sich letztendlich genau gegen dieses Schubladendenken und die Verkopfung der heutigen westlichen Welt. "SMS, Chats, Blogs - heutzutage frisst der Geist den Körper auf.... Wir sind zu Hirnvampiren geworden, die sich selbst den Lebenssaft aussaugen.", diagnostiziert er. Ausgelöst durch eine Prostata-Erkrankung mit schleichender Symptomatik stellt er fest: "Ich war mir meines Körpers normalerweise einfach nicht bewusst, ich nahm ihn nur wahr, wenn er mich überraschte, mich störte." Er beginnt, diese Störungen mit schriftstellerischer Genauigkeit zu protokollieren, sie führen ihn in seine eigene Vergangenheit ebenso wie in die Kulturgeschichte vergangener Jahrhunderte. Wir begegnen sehr unbekannten Seiten von D.H. Lawrence und Thomas Bernhard und Gemälden von Velasquez ebenso wie den alltäglichen Intimitäten der Krankheit und dem verstörenden Irrsinn klinischer Untersuchungen. Parks stellt klar, mit welch ungeheurer Peinlichkeit körperliche Vorgänge "unterhalb der Gürtellinie" in unserer Kultur behaftet sind, aber die Lektüre beeindruckt mit ihrer Sachkenntnis, sie belustigt und verblüfft auch immer wieder und wird daher selbst niemals peinlich. Trotzdem erfordert es viel Mut, sich als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens so in seiner Körperlichkeit zu offenbaren. Mit derselben Schonungslosigkeit beschreibt Parks im Weiteren seine Begegnung mit der Innerlichkeit. Beruflich in Delhi, ergibt sich eher zufällig die Konsultation ayurvedischer Ärzte, die zu seinem Erstaunen mehr an seiner Persönlichkeit zu behandeln sehen als an seinen Blut- und Urinwerten - ja, selbst seine chronischen Schmerzen rücken hier eher in den Hintergrund. In ersten Meditations-Sitzungen stößt der Autor auf banale Hemmnisse wie eingeschlafene Gliedmaßen und auf Ängste und Eitelkeiten. Doch zunehmend erfährt er auch Dinge wieder, die er aus seiner Kindheit - sein Vater war anglikanischer Pfarrer - erinnert: Liebe, Verzeihen, Frieden, und sie erhalten für ihn einen neuen Sinn. So gelingt ihm (auch) auf körperlicher Ebene endlich das, worum er sich lange vergeblich bemüht hatte: eine Streckung der Wirbelsäule, die ihm zu einer aufrechten Haltung verhilft.
Cora Elbin.
Das Buch ist in der Zentralbibliothek und vier Stadtteilbüchereien unter der Signatur Vkg 3 Parks ausleihbar.


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24. Mai 2012 | 03:05 Uhr

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