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Parkanlagen - Hofgarten

Parkanlagen - Hofgarten

Zwei Parkstile vereint

Der französisch-klassizistische Stil mit seinen geraden, gegenüber der Natur geradezu künstlich und bewusst gestaltet wirkenden Formen findet sich im ältesten Teil des Hofgartens zwischen Schloss Jägerhof und Wasserbassin mit "Jrönem Jong". Die Reitallee mit ihren vier Baumreihen, deren repräsentativer Charakter heute noch von den St.-Sebastianus-Schützen Stadtmitte für die große Parade beim jährlich wiederkehrenden Schützenfest genutzt wird, ist diesen Formen verpflichtet, genauso wie die schnurgerade gefasste Düssel neben der Seufzerallee an der Goltsteinstraße sowie der kleine Blumengarten mit den genau abgegrenzten Beeten vor dem Schauspielhaus.

Diese strengen Formen bilden einen reizvollen Gegensatz zu den übrigen Teilen des Hofgartens, die im Geiste des englischen Parkstils mit landschaftsbelebenden, sehr "natürlich" wirkenden Elementen gestaltet sind. Die Zuhörer von Konzerten im Musikpavillon glauben, auf den Wiesen in "freier Natur" zu lagern, ebenso wie die Erholungssuchenden, die am Napoleonsberg ein Sonnenbad nehmen oder fernab vom Großstadtlärm in Lektüre vertieft sind. Und wenn das Wassergeflügel die schmalen Ufer des Landskronen-Weihers erklimmt und Spaziergänger ganz zahm um Brotstücke anbettelt, dann scheint die Idylle vollkommen.

Die Vielfältigkeit wird von den städtischen Gärtnern erhalten. So finden sich auf dem 27 Hektar großen Gelände des Hofgartens weite Wiesen mit prächtigen einzelstehenden Bäumen (13 Hektar); sie sind nach den Vorstellungen des Hofgartenschöpfers Maximilian Weyhe „naturnah" belassen, nur am Ananasberg und vor dem Schauspielhaus sind Blumenbeete mit strengen Formen und abgezirkelten -Beeten zu finden. Nördlich der Maximilian-Weyhe-Allee stehen die meisten der 2000, bis zu 200 Jahre alten Bäume des Hofgartens und täuschen fast einen kleinen Wald vor. (Büsche und Bäume nehmen im Hofgarten vier Hektar in Anspruch.) Die ruhig plätschernde Düssel, das Bassin mit dem "Jrönen Jong" und der stille Weiher an der Landskrone (rund drei Hektar) bringen ein belebendes Element in den Hofgarten.

Es ist kaum verwunderlich, dass die vielfältigen Landschaftsformen des Hofgartens auch als Kulisse für Denkmäler genutzt werden. Am beleibtesten ist sicherlich der Märchenbrunnen, der mit seinen gefälligen Formen und seinem Charme in einer lauschigen Ecke nahe des Weihers steht und Spaziergänger immer wieder zum Verweilen und Betrachten einlädt.

Gleichen Bekanntheitsgrad hat wohl der "Jröne Jong" unter der Wasserfontäne. Doch die Palette der Kunstwerke ist vielfältiger. Sie weist die den klassizistisch-romantischen Idealen verpflichtete Stephanienbüste genauso auf wie das durch seine Schlichtheit wirkende Denkmal für den Hofgartenschöpfer Weyhe, sie bietet vom Nationalgefühl geprägte sowie nachdenklich stimmende Ehrenmäler für gefallene Soldaten; und nicht zuletzt moderne Skulpturen wie Vadim Sidurs "Mahner" und die Liegende Figur in zwei Teilen von Henry Moore. Sie alle setzen als "künstliche Objekte" in der gestalterischen Landschaft reizvolle Akzente.

 

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Rundgang durch den Hofgarten
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Weiterführende Literatur
In seiner Reihe "Rheinische Kunststätten" hat der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz eine ausführliche Beschreibung des Hofgartens herausgegeben.

Das Heft Nr. 495
"Der Hofgarten in Düsseldorf" ist im Goethe-Museum, im Theatermuseum, in den Tourist-Informationen und im Buchhandel erhältlich.

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24. Mai 2012 | 04:08 Uhr

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