Heerdter Dreieck wird umgebaut
13,9-Millionen-Euro-Projekt/Entscheidende Basis für neue städtebauliche Entwicklung
Die städtebaulichen Entwicklungen in den linksrheinischen Stadtteilen Düsseldorfs erfordern eine Optimierung des vorhandenen Verkehrssystems. Um die erwarteten Verkehrsmengen leistungsgerecht abwickeln zu können, wurde ein weitreichendes Verkehrskonzept für das linksrheinische Düsseldorf, das sogenannte Verkehrskonzept Heerdt/Oberkassel (VK-Heerdt), entwickelt. Dafür werden von der Stadt Düsseldorf 13,9 Millionen Euro in den Neubau der so genannten Basisstraße und den Umbau des Heerdter Dreiecks investiert. Die Fertigstellung ist für März 2012 vorgesehen. Der Umbau ist wesentliche Voraussetzung für die Ansiedlung der neuen Deutschland-Zentrale des Mobilfunkunternehmens Vodafone, das seine Aktivitäten komplett auf dem Gelände der früheren Gatzweiler-Brauerei konzentriert.
3D-Modellansicht Verkehrskonzept Heerdt / Oberkassel (2 Bilder).
Ausgangssituation
Die städtebauliche Entwicklung im Stadtbezirk 4 wird einen deutlichen Verkehrszuwachs auf den vorhandenen Hauptverkehrsstraßen mit sich bringen. Die städtebaulichen Entwicklungsflächen erstrecken sich von der Böhlerstraße im Westen bis zum Belsenplatz im Osten und schließen auch die Erweiterungen des Bereiches "Am Seestern" mit ein. Vor diesem Hintergrund fasste der Rat der Stadt bereits am 15. Juli 2004 nach einer breiten und intensiv geführten öffentlichen Diskussion einen Beschluss zum "Verkehrskonzept Heerdt". Dies wurde ergänzt um die Planungsziele des Bebauungsplanes für das Areal der ehemaligen Gatzweiler-Brauerei einschließlich des geplanten Parkhauses im Heerdter Dreieck.
Schwerpunkte
- Neubau der Basisstraße als Verbindung der vorhandenen Erschließungsstraßen Willstätter Straße und Am Seestern/Fritz-Vomfelde-Straße/Prinzenallee. Damit wird eine durchgängige Verbindung vom Seestern bis zum Forum Oberkassel geschaffen.
- Umbau des Heerdter Dreiecks und Neubau einer Anschlussstelle der Brüsseler Straße (B7) an den Heerdter Lohweg als dritten Verknüpfungspunkt des oben genannten Straßenzuges mit der B7 zwischen den beiden bestehenden Anschlüssen Am Seestern und der Anschlussstelle Büderich.
- Bau der verlängerten Böhlerstraße als neue Verbindung der Hansaallee zur A52/Anschlussstelle Büderich.
- Schließung der Anschlussstelle Benediktusstraße.
Im Bereich Heerdter Dreieck soll eine neue Auffahrt auf die B7 in Fahrtrichtung Theodor-Heuss-Brücke und eine neue Ausfahrt für den Verkehr aus dem Rheinalleetunnel entstehen. Dieser Anschluss wird später ergänzt durch den Bau der Anschlussstelle am Heerdter Lohweg. Hier werden neue Auf- und Ausfahrten in Richtung Rheinalleetunnel und in Richtung Meerbusch gebaut.
Heerdter Dreieck
Auf dem brach liegenden Areal der ehemaligen Gatzweiler-Brauerei in Heerdt wird der Neubau für Vodafone errichtet. In diesem Zusammenhang erfolgen zeitgleich die in diesem Bereich notwendigen Straßenbauarbeiten. In einem ersten Schritt werden das Heerdter Dreieck umgebaut und die so genannte Basisstraße angelegt.
Für die neuen Fahrbeziehungen wird im Heerdter Dreieck eine schleifenförmige Rampe errichtet, die zur vorhandenen Hochstraße in Richtung Theodor-Heuss- Brücke führt. Der Verkehr auf der Rampe wird über die neu entstehende Kreuzung Prinzenallee/Basisstraße verteilt. Die Rampe beginnt an einer neu zu bauenden Kreuzung und schließt diese an die Prinzenallee und die Basisstraße an. Da die neuen Verkehrsachsen im Heerdter Dreieck in einigen Bereichen deutliche Höhenunterschiede aufweisen, werden drei Stützwände und eine neue Brücke errichtet.
Die Tiefgarage des so genannten Vodafone-Campus ist künftig an die neue Basisstraße angebunden. Der ebenfalls zum Vodafone-Projekt gehörende Parkhausneubau wurde von den Architekten so geplant, dass er sich in die nach dem Umbau des Heerdter Dreiecks verbleibenden Restflächen einfügt.
Animation des "Vodafone Campus Düsseldorf" (2 Bilder).
Die östliche Tangente des Heerdter Dreiecks, die heute vom Rheinalleetunnel kommend auf die Brüsseler Straße in Richtung Theodor-Heuss-Brücke führt, wird an die neue Rampe an zwei Stellen angeschlossen. Einerseits bleibt so die Fahrbeziehung in Richtung Theodor-Heuss-Brücke erhalten, andererseits wird die Möglichkeit geschaffen, direkt den neuen Knotenpunkt Prinzenallee/Schanzenstraße/Basisstraße zu erreichen. Die Auffahrt auf die Brüsseler Straße (B7) vom Knotenpunkt Prinzenallee/Basisstraße in Richtung Autobahnkreuz Kaarst bleibt.
Es ist vorgesehen, die Zufahrtstraße zum Heerdter Dreieck von der Pariser Straße aus zu schließen. Dadurch soll im Wesentlichen der Straßenzug Düsseldorfer-/Pariser Straße langfristig entlastet werden. Über die Zufahrtsstraße wird künftig vornehmlich der innere Verkehr abgewickelt, Die Straße wird dann im Zweirichtungsverkehr befahren werden können. Der Knotenpunkt Pariser-/Nibelungenstraße wird deshalb so umgebaut, dass von der Zufahrtsstraße aus nach rechts auf die Pariser Straße in Fahrtrichtung Heerdt gefahren werden kann. Das Linkseinbiegen in Fahrtrichtung Düsseldorfer Straße/Belsenplatz wird nicht ermöglicht. Im Zuge der Umbauarbeiten in diesem Knotenpunkt wird zur Überquerung der Pariser Straße eine Ampel für Fußgänger gebaut. Dort fehlt bislang eine attraktive und sichere Verbindung aus dem Wohngebiet Nibelungenstraße zum Rheinufer.
Der Alberichweg wird bereichsweise ausgebaut und über die nicht mehr benötigte Zufahrtstraße an die Pariser Straße angebunden. Er soll dabei als Einbahnstraße ausschließlich in Fahrtrichtung Norden befahren werden können. Für den Radverkehr ist die Befahrbarkeit in beide Fahrtrichtungen gegeben. Die Erschließung des anliegenden Kleingartengeländes bleibt dabei unverändert.
Am westlichen Ende des Greifweges wird zunächst eine Wendeanlage eingerichtet und der Greifweg westlich der Verbindungsstraße für den Kfz-Verkehr abgebunden. Die Abpollerung der Schanzenstraße zur Vermeidung von Fremd- oder Durchgangsverkehr verbleibt an der heutigen Stelle. Der Bau der der Verkehrsanlagen im Heerdter Dreieck erfordert aufgrund der stellenweise deutlichen Höhenunterschiede der einzelnen Verkehrsachsen drei Stützwände und eine neue Brücke.
Modellansicht Verkehrskonzept Heerdt / Oberkassel (5 Bilder).
Basisstraße
Die neue Basisstraße ersetzt zukünftig den Ostteil der Viersener Straße. Sie verläuft vom Knotenpunkt Prinzenallee/Schanzenstraße/Basisstraße geradlinig in Richtung Westen bis zum neuen Knotenpunkt Heerdter Lohweg/Willstätterstraße/Basisstraße. Dieser wird zu einem vollwertigen signalgeregelten Knotenpunkt ausgebaut. Auf der Basisstraße wird eine Einmündung mit einer Stichstraße in das neue Erschließungsgebiet der "Heinrich-Heine-Gärten" gebaut. Östlich dieser Stichstraße ist eine Ampel für Fußgänger- und Radfahrer vorgesehen.
Die Basisstraße erhält durchgehend vier Fahrstreifen. Die beiden Richtungsfahrbahnen werden durch einen begrünten Mittelstreifen mit einer Breite von 2,75 Meter getrennt. Beidseitig der jeweils drei Meter breiten Fahrbahnen verlaufen 0,5 Meter breite Schutzstreifen sowie eigenständige 1,50 Meter breite Rad- und zwei Meter breite Gehwege. Auf der nördlichen Straßenseite wird abschnittsweise ein zusätzlicher Grünstreifen mit einer Breite von zwei Metern angelegt. Insgesamt wird die Basisstraße eine Breite von 24,5 Metern aufweisen.

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Westlich der Einmündung der Stichstraße in die "Heinrich-Heine-Gärten" weitet sich der Straßenquerschnitt auf, so dass auf der südlichen Straßenseite noch 13 Stellplätze in Längsaufstellung gebaut werden können. Die Stichstraße hat eine Fahrbahnbreite von sechs Metern mit zwei Meter breiten Gehwegen auf beiden Seiten.
Auf der Basisstraße und der Schleifenrampe wird eine elektrische Beleuchtung installiert. Darüber hinaus sind keine neuen Lampen erforderlich, da das Heerdter Dreieck durch die vorhandenen großen Beleuchtungssterne ausgeleuchtet ist. Für die Bauarbeiten müssen zwei Beleuchtungssterne versetzt werden. Durch den Stadtentwässerungsbetrieb wird auf der gesamten Länge der Basisstraße und im Alberichweg ein neuer öffentlicher Regenwasserkanal gebaut. Im westlichen Teil der Basisstraße wird darüber hinaus ein neuer Schmutzwasserkanal erstellt.
Neue Anschlussstelle an den Heerdter Lohweg
Die Anschlussstelle an die Brüsseler Straße wird so hergestellt, dass vom Heerdter Lohweg aus sowohl in Fahrtrichtung Autobahnkreuz Kaarst (stadtauswärts) und auch in Fahrtrichtung Rheinalleetunnel (stadteinwärts) aufgefahren werden kann. Die B7 kann aus Richtung Autobahnkreuz Kaarst als auch aus Fahrtrichtung Theodor-Heuss-Brücke kommend am Heerdter Lohweg verlassen werden. Vor Baubeginn muss zunächst ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden.
Neubau der verlängerten Böhlerstraße
Der Neubau der verlängerten Böhlerstraße ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Meerbusch und der Landeshauptstadt Düsseldorf. Mit einer leistungsfähigen Anbindung an die Autobahnanschlussstelle Büderich werden die verkehrliche Anbindung der westlichen Entwicklungsflächen auf Düsseldorfer Stadtgebiet, aber auch die Entwicklung von Flächen auf dem Gebiet der Stadt Meerbusch (ehemaliges Böhlergelände) ermöglicht. Mit Fertigstellung aller Maßnahmen verliert die Anschlussstelle Benediktus-/Heesenstraße ihre verkehrliche Bedeutung und kann geschlossen werden.
(23. September 2010)

Flyer Verkehrskonzept Heerdt/Oberkassel
PDF-Datei, 1,5 MB

Animation: Fahrt durch das Heerdter Dreieck
Flash-Anwendung, 27 MB

