Verdienstmedaille für Gerlinde Christ

Verdienstmedaille für Gerlinde Christ

Oberbürgermeister Dirk Elbers überreichte im Rahmen eines kleinen Empfangs im Jan-Wellem-Saal des Rathauses am Mittwoch, 28. Januar, Gerlinde Christ die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die ehemalige Sekretärin einer Maschinenbaufirma Gerlinde Christ hat aufgrund eigener Erfahrungen die "Bundesinitiative Großeltern BIGE" mit gegründet. Ziel dieser Initiative ist es, von Trennung und Scheidung betroffenen Enkelkindern den Umgang mit Großeltern zu ermöglichen, also auch den Großeltern der nicht sorgeberechtigten Seite. Hintergrund der Initiative ist es, dass derzeit nach Trennung oder Scheidung häufig der Kontakt zum nicht sorgeberechtigten Elternteil und dessen Familie abreißt, unabhängig davon, wie intensiv sich diese zuvor um die betroffenen Kinder gekümmert hat.
Die BIGE versteht sich einerseits als Anlaufstelle für betroffene Großeltern, die in ungezählten Stunden ehrenamtlich von Gerlinde Christ telefonisch und persönlich beraten werden. Andererseits setzt sich die BIGE im politischen Raum dafür ein, dass die derzeitige Praxis verbessert wird. Die favorisierte Lösung der BIGE ist eine allgemeine Durchsetzung des so genannten "Cochemer Modells". In diesem Modell, benannt nach der gängigen Praxis in der Moselstadt, ruft ein Familienrichter bei jeder Scheidung alle Beteiligten - Eltern, Rechtsvertreter, Jugendamt und Sachverständige - an einen Tisch, um eine einvernehmliche Umgangsregelung zum Wohle der Kinder zu erreichen, was in der Regel auch gelingt.
Durch zahlreiche Berichte in Presse, Funk und Fernsehen erreichte Gerlinde Christ, dass ihr Anliegen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und direkte Kontakte wurden zahlreiche Politiker und Wissenschaftler für das Anliegen der BIGE sensibilisiert. Eine Reihe von Anlaufstellen wurde gegründet. Auch internationale Kontakte werden gepflegt.