
Bürgermeisterin Gudrun Hock überreichte im Rahmen eines kleinen Empfanges im Rathaus am Donnerstag, 27. Mai, Karl-Heinz Spohnholz die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Karl-Heinz Spohnholz war vor seinem Renteneintritt im Jahr 1999 beruflich als Schweißfachmann tätig. Etwa 15 Jahre pflegte und unterstützte Karl-Heinz Spohnholz aufopferungsvoll seine Ehefrau, die fast blind war und aufgrund starker Rückenbeschwerden vorzeitig Frührentnerin wurde. Im Jahr 2004 erlitt die Ehefrau von Karl-Heinz Spohnholz zwei Schlaganfälle und war seither zeitlich und räumlich desorientiert und konnte Menschen um sich herum nicht mehr erkennen. Bis zu ihrem Tod im April 2009 war sie rund um die Uhr pflegebedürftig. Karl-Heinz Spohnholz pflegte seine Frau all die Jahre mit äußerster Hingabe und Fürsorge. Er ersann Möglichkeiten, ihr das Dasein zu erleichtern und richtete sein ganzes eigenes Leben auf die Bedürfnisse seiner kranken Frau aus. Er führte den kompletten Haushalt und kochte. Solange es möglich war, hob er seine Frau jeden Tag vom Bett in einen Rollstuhl. Er badete sie regelmäßig und fütterte sie mit grenzenloser Geduld, damit sie nicht nur durch die Magensonde ernährt wurde. Auf diese Weise verging für das Frühstück oftmals über eine Stunde, für das Mittag- und Abendessen waren nicht selten zwei Stunden erforderlich. Als er selbst seine Frau nicht mehr aus dem Bett heben konnte, entwickelte und konstruierte er einen mechanischen "Transportlifter", mit dessen Hilfe er seine Frau aus dem Bett bwz. ins Bett sowie im Badezimmer in die aus der Badewanne befördern konnte. Auch verabreichte Karl-Heinz Spohnholz seiner Frau Medikamente, wofür oftmals große Geduld erforderlich war. Er kontrollierte zudem ihren Blutzuckerspiegel - soweit erforderlich, auch nachts alle zwei Stunden. Unterstützen ließ Karl-Heinz Spohnholz sich bei seiner Pflegetätigkeit lediglich jeden Morgen durch einen Pflegedienst, der für ihre Grundpflege sorgte und die erforderliche Sonderernährung sicherstellte.