Sanierung von Grundwasserverunreinigungen
Auf Grund der günstigen Randbedingungen wird das Grundwasser in Düsseldorf traditionell intensiv genutzt. Durch jahrzehntelange industrielle und gewerbliche Tätigkeiten wurde das Grundwasser an vielen Stellen des Stadtgebietes verunreinigt und so die Nutzbarkeit zum Teil erheblich eingeschränkt.
Um die Nutzbarkeit des Grundwassers wieder zu verbessern und auch für zukünftige Generationen sicherzustellen, müssen vorhandene Grundwasserverunreinigungen konsequent saniert werden (Rechtsgrundlagen).
Die in Bezug auf flächige Grundwasserverunreinigungen wichtigste Schadstoffgruppe sind leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW). Sie breiten sich aufgrund ihrer Struktur sehr schnell im Grundwasser aus, sind gesundheitsgefährdend und teilweise krebserregend. Im natürlichen Stoffkreislauf kommen sie nicht vor. Da CKW in der Vergangenheit häufig in großen Mengen eingesetzt wurden, ist die überwiegende Zahl der großflächigen Grundwasserverunreinigungen im Stadtgebiet durch diese Stoffgruppe verursacht. Würde man die einzelnen Verunreinigungen dieser Stoffgruppe hintereinander aufreihen ergäbe sich eine Gesamtverunreinigungslänge von 47 Kilometern.

Verunreinigungen mit Stoffen wie BTEX - Aromaten (Benzol-Toluol-Ethylbenzol und Xylol), polyzyklischen Aromaten (PAK) treten seltener und in der Regel nicht so großflächig auf. Die Verunreinigungen aller anderen Schadstoffe liegen jeweils aufsummiert unter sieben Kilometern. Daher wurde und wird die Sanierung von CKW-Grundwasserverunreinigungen in Düsseldorf mit Priorität betrieben.
1989 ging in Düsseldorf die erste Anlage zur Sanierung einer flächigen CKW-Grundwasserverunreinigung außerhalb der Eintragsstelle in Betrieb. Durch konsequente Sanierung hat sich die Flächenausdehnung der CKW-Grundwasserverunreinigungen im Stadtgebiet in den letzten 20 Jahren um fast zwei Drittel reduziert. Derzeit sind 27 Anlagen mit ca. 70 Brunnen zur Sanierung von Grundwasserverunreinigungen in Betrieb.
Von 1989 bis Ende 2008 wurden über 110 Millionen Kubikmeter verunreinigten Grundwassers abgepumpt und gereinigt. Mit der Sanierung wurden 33,1 Tonnen CKW aus dem Grundwasser entfernt. Durch Bodenluftsanierungen wurden weitere 28,1 Tonnen CKW entfernt, bevor diese in das Grundwasser gelangten. Zusätzliche nicht quantifizierbare CKW-Frachten wurden durch andere Sanierungsmaßnahmen (z.B. Aushub) aus dem Untergrund entfernt. Unter anderem als Folge der gezielten Sanierungsmaßnahmen im Grundwasser haben sich insbesondere in Randbereichen verbesserte natürliche Abbaubedingungen eingestellt.

Projekt "Beschleunigte Sanierung der Grundwasserverunreinigungen in der Innenstadt"
Im Gebiet der Innenstadt, in dem eine intensive und vielfältige Grundwassernutzung stattfindet (z. B. Zierbrunnen, Hausbrauereien, Geothermie), liegen verschiedene Grundwasserverunreinigungen mit chlorierten Kohlenwasserstoffen, Chrom und Cyaniden vor. Diese Grundwasserverunreinigungen sind während des jahrzehntelangen Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen in Gewerbe- und Industriestandorten in Verbindung mit den hydrogeologischen Standortverhältnissen entstanden. Um die vielfältige Nutzbarkeit des Grundwassers für die Zukunft wiederherzustellen und Tiefbaumaßnahmen im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung von zusätzlichen Anforderungen und Kosten zu entlasten, ist eine nachhaltige Sanierung des Grundwassers geboten. Durch die gleichzeitige, aufeinander abgestimmte, flächendeckende Grundwasserförderung in diesem Gebiet soll die Verlagerung von Schadstoffen in Bereiche mit bisher unbelastetem Grundwasser vermieden, der Aufbereitungsaufwand bauseits geförderten Grundwassers verringert und eine möglichst effektive Sanierung der Verunreinigungen sichergestellt werden. Parallel zu den Bauwasserhaltungen in den Baugruben werden im Bereich der Grundwasserverunreinigungen außerhalb der Baugruben sogenannte Gegenwasserhaltungen im Auftrag des Umweltamtes betrieben und die Wechselwirkungen der verschiedenen Aktivitäten regelmäßig überwacht, ausgewertet, bewertet und das Förderregime bei Bedarf angepasst.

Finanzierung
Nicht immer können die Verantwortlichen für die Altlasten und davon ausgehenden Grundwasserverunreinigungen ermittelt werden. Sind sie bekannt, wird vorrangig der Verursacher vor dem Grundstückseigentümer herangezogen, obwohl das Bundesbodenschutzgesetz alle Verpflichteten gleichrangig aufführt. Bei der Altlasten- und Grundwassersanierung sind die finanziellen Aufwendungen häufig so hoch, dass unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit und weiterer Kriterien die Zumutbarkeitsgrenze überschritten wird. Sind die Sanierungsmaßnahmen dennoch erforderlich und angemessen, ist es unumgänglich öffentliche Mittel zur Sanierung einzusetzen.
Die Stadt Düsseldorf als zuständige Sonderordnungsbehörde stellt hierfür entsprechende Ansätze in den städtischen Haushalt ein. Soweit möglich wird hierfür auch auf entsprechende Fördermittel des Landes und Beteiligungen des Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband Nordrhein-Westfalen (AAV) zurückgegriffen.




