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Luftreinhalteplanung

Aufgrund der hohen Luftbelastung insbesondere mit Feinstaub und Stickstoffdioxid möchte die Stadt Düsseldorf Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität umsetzen. Daher wurde bereits im Jahr 2002 ein Luftreinhalteplan für die südliche Innenstadt und schließlich in den Jahren 2005 und 2006 zwei Aktionspläne für die südliche Innenstadt und für die Ludenberger Straße aufgestellt.
Ein Luftreinhalteplan beinhaltet

  • eine Beschreibung der Überschreitungssituation
  • eine Verursacheranalyse
  • die voraussichtliche Entwicklung der Belastungssituation
  • und beschreibt schließlich langfristig angelegte Maßnahmen, die sicherstellen, dass ein Grenzwert eingehalten werden kann.

Aktionspläne dagegen enthalten Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden können und unmittelbar ihre Wirkung entfalten. Obwohl lokal erste Erfolge zur Verbesserung der Luftqualität verzeichnet werden konnten, war im weiteren Umfeld keine Entlastung zu erkennen. Daher hat die Bezirksregierung Düsseldorf im Einvernehmen mit der Stadt und dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW in 2008 einen gesamtstädtischen Luftreinhalteplan aufgestellt, in den die bisher bestehenden Aktionspläne und der Luftreinhalteplan integriert und fortgeschrieben wurden. Dieser Luftreinhalteplan "Düsseldorf / Südliche Innenstadt" (9,0 MB) hat bis heute Gültigkeit.

Verursacher der Luftverunreinigungen

Man unterscheidet folgende Verursacher von Luftschadstoffen: Industrie, Kleinfeuerung und Verkehr. Der Verkehr beinhaltet Kraftfahrzeuge, Offroadverkehr, Schienenverkehr, Flugverkehr und Schifffahrt. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat an den konkreten Messstellen den Schadstoffausstoß dieser verschiedenen Verursacher berechnet:

Emissionsquellen von Stickoxiden und Feinstaub im Luftreinhalteplangebiet Düsseldorf
Quelle: Bezirksregierung Düsseldorf: Luftreinhalteplan, 2008
Stickoxid-Emissionen
[t/a]
Feinstaub-Emissionen
[t/a]
Verkehr (2005) 6.137 463
Industrie (2004) 2.669 108
Nicht genehmigungsbedürftige
Kleinfeuerungsanlagen (2004)
948 31

Bei den Stickoxidemissionen ist der Verkehr mit 63 % Hauptverursacher. 27 % der Stickoxide werden von Industrieanlagen und 10 % von Kleinfeuerungsanlagen ausgestoßen. An den ermittelten Feinstaubemissionen in Düsseldorf hat der Verkehr mit 77 % den größten Anteil.

Die Gesamtbelastung ergibt sich jedoch nicht nur aus dem direkten Schadstoffausstoß durch den täglichen Straßenverkehr vor Ort, sondern aus der Addition der drei Belastungsebenen: regionaler Hintergrund, städtische und lokale Zusatzbelastung. Dadurch wird deutlich, dass auch die Region zu einem großen Teil für die Luftverschmutzung verantwortlich ist.

NO2 Zusatzbelastung 2009
Abbildung 1:
Stickstoffdioxid (NO2) im Verhältnis der drei Belastungsebenen
regionaler, städtischer Hintergrund und lokale Zusatzbelastung, Bezugsjahr 2009
Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, 2011

Maßnahmen

Ziel bei der Aufstellung des gesamtstädtischen Luftreinhalteplans von 2008 war es, die Belastung auf das Niveau der gesetzlichen Vorgaben zu senken. Von daher ging es bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen nur um den Teil der Belastung, welcher von der Stadt beeinflusst werden kann, also die städtische Zusatzbelastung. Alle identifizierten Quellen waren vor diesem Hintergrund daraufhin zu untersuchen, welchen Beitrag sie zur Minderung der Luftbelastung leisten können. Ihr Potenzial galt es vollständig auszuschöpfen.

Des Weiteren wurde im Luftreinhalteplan die Senkung des regionalen Hintergrundbelastung gefordert, sowie der Notwendigkeit Ausdruck verliehen, auch auf europäischer Ebene zu regelnde Maßnahmen wie etwa eine beschleunigte Einführung von Fahrzeugen der EURO-Norm fünf und sechs in den Focus zu nehmen.

Bezüglich der NO2-Belastung war der Straßenverkehr als Hauptverursacher erkannt. Im Hinblick auf die PM10-Belastung rangiert der Straßenverkehr an zweiter Stelle.

  • Einführung der Umweltzone

    Die wirkungsvollste Maßnahme, welche hier ansetzt, ist die Einführung einer Umweltzone, welche im Osten über den Lastring und im Westen vom Rheinufertunnel begrenzt wird. Eine erste Stufe begann am 15. Februar 2009 mit dem Ausschluss von Fahrzeugen ohne Plakette unter Berücksichtigung eines umfangreichen Katalogs von Ausnahmetatbeständen um soziale und wirtschaftliche Härten abzufedern. In einem weiteren Schritt wurde die nächste Stufe der Umweltzone mit dem Ausschluss von Fahrzeugen mit roter Plakette zum 1. März 2011 eingeführt.
  • Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung

    Weitere Maßnahmen haben eine Verkehrsverflüssigung zum Ziel wie etwa verschärfte Kontrollen des Parkens in zweiter Reihe, die Optimierung der Signalschaltung, Änderungen der Zeiten der Abfalleinsammlung, die Einrichtung von Ladezonen und Servicepoints für kurzzeitig parkende Gewerbetreibende u. a.
  • Unterstützende verkehrliche Maßnahmen

    Diese Maßnahmen sind ebenfalls geeignet, die Verkehrsbelastung günstig zu beeinflussen und sind über die Verkehrsentwicklungsplanung zu realisieren. Hierzu gehören beispielsweise Mobilitätsmanagement, die Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs sowie Car-Sharing-Angebote. Die Flotten von Stadt sowie der städtischen Tochterunternehmen (Rheinbahn, Stadtwerke und AWISTA) werden schrittweise auf abgasarme Techniken umgestellt.
  • Stromversorgung von Schiffen

    An dritter Stelle hinsichtlich der NO2-Belastung rangiert an den betrachteten Messstellen der Schiffsverkehr. Von Seiten der Stadt ist die Energieversorgung der auf Düsseldorfer Stadtgebiet anlegenden Schiffe beeinflussbar. Rechtliche und technische Möglichkeiten der externen Stromversorgung von anlegenden Schiffen werden geprüft und umgesetzt.
  • Maßnahmen bei Industriebetrieben

    Von eher nachrangiger Bedeutung erscheinen im Rahmen der Quellenanalyse industrielle Beiträge zur Luftbelastung in Düsseldorf. Gleichwohl bei Neu- und Änderungsgenehmigungen von immissionsschutzpflichtigen Anlagen ist in jedem Einzelfall die Möglichkeit zu prüfen, ob auch Maßnahmen über den Stand der Technik hinaus einzufordern sind.
  • Straßenraumbegrünung

    Aufgrund der vielfältigen positiven Wirkungen nicht nur aus lufthygienischer Sicht von Grün im öffentlichen Straßenraum gilt es, insbesondere an hoch belasteten Straßenabschnitten, die Straßenraumbegrünung zu intensivieren.

Wirkung der Maßnahmen

Die im Jahr 2009 von Stadt und Land durchgeführten Messungen zur lufthygienischen Beurteilung gemäß damals gültiger 22. BImSchV der Feinstaub-Belastung in Düsseldorf zeigten, dass

  • zwar der Jahresmittel-Grenzwert von 40 µg/m³ PM10 an allen Messstationen eingehalten wird
  • der Grenzwert der PM10-Überschreitungshäufigkeit (der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ darf an nicht mehr als 35 Tagen pro Jahr überschritten werden) jedoch nach wie vor an den drei maßgeblich verkehrlich belasteten Messstellen überschritten wird. Eingehalten wird dieser Grenzwert nur an den drei Hintergrundmessstellen.

Die Umsetzung des vielfältigen Maßnahmenbündels des Luftreinhalteplans von 2008 hat zu einer gewissen, jedoch nicht ausreichenden Minderung der Belastung geführt.

Mit der nächsten Stufe der Umweltzone kann derzeit das größte Minderungspotenzial erwartet werden. Dies allein wird allerdings nicht ausreichen, um die Grenzwerte einzuhalten. Daher wird es in einer intensiven Diskussion zwischen Stadt und Bezirksregierung darum gehen, welche der bestehenden Maßnahmen zu intensivieren sind, sowie zusätzliche Maßnahmen auszumachen und in der Fortschreibung des Luftreinhalteplans zu platzieren.

Nach wie vor geht es darum, den städtischen Anteil an der Gesamtbelastung zu reduzieren. Hierbei sind auch die Quellen als nicht vernachlässigbar einzustufen, die messtechnisch zwar eine außergewöhnlich hohe, aber nur eng begrenzte, lokale Belastung darstellen, wie etwa Emissionen aus Hausbrand und Kleinfeuerungsanlagen. Diese Immissionen gehen in den städtischen Hintergrund ein.

Ähnlich verhält es sich im Hinblick auf die Baustellenlogistik großer Abbruchmaßnahmen. Eine vom Umweltamt in Auftrag gegebene Sonderuntersuchung identifizierte insbesondere bei trockenem Abbruchmaterial sehr hohe, lokale Belastungen.

In diesem Zusammenhang ist auch der Einsatz von Laubbläser zu nennen, die insbesondere im Herbst zur Reinigung des öffentlichen Straßenraumes eingesetzt werden. Derzeit werden Alternativen in Form von Laubsaugern wissenschaftlich untersucht.


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24. Mai 2012 | 19:43 Uhr

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