FuE-Vorhaben 201 16 201 - Leitseite
Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben 201 16 201
Auf der Rio-Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Jahre 1992 wurde die sogenannte Agenda 21 als Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung beschlossen und von ca. 170 Ländern unterzeichnet. Viele der Probleme und Lösungen sind auf örtlicher Ebene zu suchen, so dass der Beteiligung der Kommunen ein besonderes Gewicht zukommt. Sie sind dazu aufgefordert, mit den verschiedenen kommunalen Akteursgruppen in einen Dialog- und Konsultationsprozess zu treten und sich über gemeinsame Ziele auf dem Weg der Nachhaltigkeit zu verständigen.
Eine besondere Rolle kommt der Wirtschaft als Partner der Kommunen in den LA21-Prozessen zu, da sie maßgeblich zur Verwirklichung einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise beitragen kann. Insgesamt läßt sich feststellen, dass die Beteiligung der Wirtschaft im Rahmen von LA21-Prozessen bislang eher zurückhaltend ist. Dies weist darauf hin, dass die Möglichkeiten zur Einbindung von Unternehmen in den LA-21-Prozess noch stärker ausgeschöpft werden müssen.
Gemeinsame Projekte können dazu beitragen, Synergieeffekte zu erzielen. Ein Ansatzpunkt bietet sich beispielsweise im Bereich der Umwelt: Unternehmen, die sich an modernen Umweltmanagementsystemen (z.B. nach EMAS-VO) beteiligen, sind dazu aufgefordert, nicht nur ihre Umwelteinwirkungen (Emissionen wie z.B. luftseitige Schadstoffemissionen, Rohstoffverbräuche), sondern auch die wesentlichen Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeiten zu erfassen und zu bewerten. Durch verbesserte Informations- und Kommunikationsstrukturen zwischen Unternehmen und Kommune könnten die kommunalen Daten und Informationen für das betriebliche Umweltmanagementsystem nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig gilt es, in diesem Zusammenhang den Unternehmen Hilfestellung bei der Herleitung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen zu leisten, da ein einzelnes Unternehmen nur selten alleiniger Verursacher eines bestimmten Umweltproblems ist.
Eine grundsätzlich geeignete Methode zur Verknüpfung in Form von Ursache-Wirkungs-Hypothesen bietet der Leitfaden "Betriebliche Umweltauswirkungen - Erfassung und Bewertung als Baustein des Umweltmanagements" des Umweltbundesamtes (Kurzübersicht im Internet). Die Kommunen könnten die Anwendung des Leitfadens durch die Unternehmen wesentlich fördern, in dem sie z.B. die benötigten Umweltinformationen in für den Leitfaden geeigneter Form bereitstellen. Dies bietet im Gegenzug der Kommune den Vorteil, dass die Unternehmen sich vor allem auf die Reduzierung der Umwelteinwirkungen mit relevanten Auswirkungen in der konkret vorliegenden Umweltsituation konzentrieren. Damit kann ein Beitrag zu einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung der Kommune geleistet werden.
Mit dem Forschungsvorhaben soll ein Beitrag zur verstärkten Einbindung der Wirtschaft in den Lokalen Agenda 21 - Prozess geleistet werden. Am Beispiel des Düsseldorfer LA21-Prozesses möchte das UBA gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf, den projektbeteiligten Unternehmen und mit Unterstützung des Büros für umweltorientiertes Planen + Wirtschaften (UPW), Bonn/Essen durch die Anwendung des genannten Leitfadens dessen Potenziale für eine effektivere Einbindung der Unternehmen in Lokale Agenda 21 - Prozesse ermitteln. Hierauf aufbauend sollen konkrete Handlungsempfehlungen und Methodenbausteine für die Stadt Düsseldorf sowie für andere Regionen Deutschlands aufbereitet werden.
ProjektablaufplanFachveranstaltung "Lokale Agenda und betrieblicher Umweltschutz" vom 23.01.2002
Zusammenfassung der Hauptphase des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens / 2. Fachveranstaltung vom 29.01.2003
Symposium: Neue Impulse für die Lokale Agenda 21 - Partnerschaft Kommune und Wirtschaft - mit vereinten Kräften für mehr Nachhaltigkeit vom 04.12.2003 in Düsseldorf

