Forschungsprojekt Dmotion
Verkehrsdezernent Werner Leonhardt lobt effektives und durchgängiges Verkehrs- und Informationsmanagement
Nach vier Jahren Laufzeit ist das Projekt Düsseldorf in Motion (Düsseldorf in Bewegung, kurz Dmotion) jetzt erfolgreich abgeschlossen worden. Bei der Abschlussveranstaltung im Rathaus der Landeshauptstadt Düsseldorf am Montag, 16. November 2009, wurden die Projektergebnisse einem nationalen Fachpublikum und der Presse in Form von Fachvorträgen und einer begleitenden Ausstellung präsentiert.

Abschlussveranstaltung zum Forschungsprojekt Dmotion im Rathaus
"Durch das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Forschungsprojekt sind wir dem Ziel, für den Großraum Düsseldorf ein effektives, strategisches und durchgängiges Verkehrs- und Informationsmanagement aufzubauen, einen großen Schritt näher gekommen. Durch Information und Steuerung kann die Anzahl, Dauer und Intensität von Verkehrsstörungen zum Teil erheblich verringert werden", betonte Verkehrsdezernent Werner Leonhardt.
Das Public-Private-Partnership-Projekt Dmotion ist Bestandteil der Forschungsinitiative "Verkehrsmanagement 2010" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, BMWi. Es wurde bei einem Volumen von zehn Millionen Euro mit sieben Millionen Euro vom Bund gefördert.
Die fünf wesentlichen Ergebnisse des Projektes Dmotion sind:
1. Eine Verkehrslageinformation für den Ballungsraum Düsseldorf kann im Internet unter www.verkehr.duesseldorf.de abgerufen werden
Der dynamische, kartenbasierte Verkehrslagebericht der Landeshauptstadt Düsseldorf für die städtischen Hauptverkehrsstraßen und die umliegenden Autobahnen wurde am 20. August im Internet frei geschaltet. Auf der Seite können Nutzer neben der Verkehrslage auch aktuelle und geplante Baustellen sowie die Informationen auf den Variotafeln wie zum Beispiel freie Plätze in Parkhäusern ablesen. Stau, Staugefahr, dichter Verkehr oder frei fließender Verkehr werden angezeigt. Ergänzt wird diese Information durch aktuelle Meldungen wie Unfall oder Baustelle der Verkehrsinformationszentrale des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW). Auf den städtischen Hauptverkehrsstraßen wird über auftretende Verkehrsstörungen ebenfalls in Form von Meldungen informiert. Zusätzlich zur Darstellung im Internet werden sämtliche städtischen Meldungen wie Staus, Baustellen, Veranstaltungen und Sperrungen, an die Landesmeldestelle und von dort zu den Rundfunkanstalten übermittelt. Diese strahlen die Meldungen über den RDS-TMC-Kanal an Verkehrsteilnehmer mit modernen Navigationsgeräten aus, damit die auch während der Fahrt über Behinderungen informiert sind und diese umfahren können.2. Automatische Abstimmung und Aktivierung von kooperativen Verkehrsmanagementstrategien zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Land NRW
Neben der Verkehrsinformation im Internet wurde im Rahmen von Dmotion auch ein kooperatives Strategiemanagementsystem zwischen der Stadt Düsseldorf und dem Land NRW entwickelt und in Betrieb genommen. So werden die Verkehrsteilnehmer bereits auf der Autobahn über Störungen und Sperrungen im städtischen Netz informiert. Mit Hilfe von dynamischen Wegweisern mit integrierten Stauinformationen (dWiSta) auf der Autobahn und Variotafeln im städtischen Netz werden die Autofahrer über eine Alternativroute zu ihrem Ziel geleitet. Um die erhöhte Verkehrsnachfrage auf der Alternativroute abwickeln zu können, werden, wenn nötig, die Programme der Ampeln bedarfsgerecht umgeschaltet. Dieses kooperative Verkehrsmanagement von Stadt und Land wurde mit Dmotion erstmalig in Deutschland umgesetzt.3. Integration privater Dienstleister in den Strategieverbund durch die Realisierung eines strategiekonformen Routings
Als Ergänzung zu der kollektiven Information auf den dWiSta und Variotafeln können die von Stadt und Land gemeinsam umgesetzten Alternativrouten-Strategien auch an private Dienstleister, wie die Projektpartner PTV AG und BMW AG, in Form eines strategiekonformen Routings übermittelt werden. Die im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelten Systeme sind schnittstellenoffen, so dass sich künftig verschiedene private Anbieter an das System anschließen können.4. Nachgewiesene verkehrliche Wirksamkeit des Gesamtsystems in Bezug auf Reisezeiten und Befolgung der Alternativroutenempfehlungen
Während der Projektlaufzeit wurden mehrere Feldversuche zur Befolgung und Wirksamkeit durchgeführt. So konnten Befolgungsgrade bei Alternativroutenempfehlungen zwischen 10 und 25 Prozent nachgewiesen werden. Referenzmessungen ergaben Reisezeitgewinne von acht Minuten bei Befolgung einer 2,6 Kilometer längeren Alternativroute. Diese Reisezeitgewinne gepaart mit nachgewiesenen Entlastungen auf der jeweiligen Hauptroute belegen eine Verbesserung der Verkehrsabläufe.5. Gewährleistung der Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf andere Ballungsräume durch offene Standards und eine definierte Methodik
Bei der Spezifikation und Entwicklung des Verkehrs- und Informationsmanagements Dmotion wurde ein besonderer Fokus auf die Sicherstellung der Übertragbarkeit auf andere Regionen gelegt. Zum Beispiel wurde ein Leitfaden erarbeitet, der eine Orientierungshilfe bei der Um- und Neugestaltung von Verkehrsmanagementsystemen bietet.Nach Abschluss des Forschungsprojektes Dmotion zum 31. Dezember 2009 geht die städtische Verkehrssystemmanagement-Zentrale mit ihrer Hauptanwendung des Strategiemanagements in den Regelbetrieb. Um das kooperative Strategiemanagement organisatorisch und planerisch weiter zu begleiten, wird der durch das Projekt Dmotion initiierte "Runde Tisch" mit Vertretern der Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln, des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes NRW, des Landesbetriebs Straßenbau NRW, der Landeshauptstadt Düsseldorf und des Polizeipräsidiums Düsseldorf fortgeführt. Um das Strategiemanagement auszudehnen und weitere Handlungsfelder zu erschließen, ist es wichtig, die Infrastruktur auf der Straße weiter zu verbessern, zum Beispiel durch Neubau von Variotafeln und Erneuerung von Ampelanlagen.

Hintergrund: Projektpartner und ViD
Projektpartner von Dmotion sind neben der Landeshauptstadt Düsseldorf, Amt für Verkehrsmanagement, die Firmen Gevas Software GmbH und die PTV AG, das Institut für Automation und Kommunikation e.V. Magdeburg, das Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau der Leibniz Universität Hannover, der Verband öffentlicher Baulastträger in der Straßenverkehrstechnik (OCA e.V.) mit den Unterauftragnehmern Albrecht Consult GmbH und dem Lehrstuhl für Kommunikationsnetze an der RWTH Aachen (Com-Nets). Mit dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW, den Stadtwerken Düsseldorf und der BMW AG besteht eine assoziierte Partnerschaft.
Dmotion baut auf dem vom Land gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) geförderten Projekt "Verkehrssystemmanagement in Düsseldorf (ViD)" auf. Im Rahmen von Dmotion und ViD wurde die Verkehrsleitzentrale (VLZ) der Landeshauptstadt Düsseldorf zu einer Verkehrssystemmanagement-Zentrale (VSM-Zentrale) ausgebaut. Die VSM-Zentrale greift in Kooperation mit der Verkehrsrechnerzentrale des Landes NRW sowohl bei planbaren Situationen, zum Beispiel Baustellen, Veranstaltungsverkehr, regelmäßigen Staus, als auch bei unvorhersehbaren Störfällen wie Unfällen informierend und steuernd in das Verkehrsgeschehen ein.

