Stadt und Land vereint im Kampf gegen den Stau
Neues Verkehrssteuerungssystem in Düsseldorf offiziell in Betrieb genommen
Ein in dieser Größenordnung deutschlandweit einmaliges System zur Verkehrssteuerung haben am 27. Februar Vertreter des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Düsseldorf offiziell per Knopfdruck auf der Autobahn A 57 in Betrieb genommen. 19 dynamische Wegweiser auf den Autobahnen um Düsseldorf herum sowie sieben so genannte Variotafeln im innerstädtischen Bereich steuern künftig automatisch den Verkehr in und um die Landeshauptstadt abhängig von der aktuellen Verkehrslage. Zum ersten Mal haben die staatliche Autobahnverwaltung und eine Stadt in Nordrhein-Westfalen eine Zusammenarbeit im strategischen Verkehrsmanagement umgesetzt. Für die technische Umsetzung haben der Bund 5,3 Millionen Euro und die Stadt Düsseldorf 2,5 Millionen Euro investiert.

Neues Verkehrssteuerungssystem um und in Düsseldorf.
Infrastruktur besser nutzen
Das strategische Verkehrsmanagement ist speziell auf die verkehrlichen Belange der Landeshauptstadt zugeschnitten. 400.000 Berufspendler täglich, die Nähe zu einem Großflughafen, die Messe und das Stadion waren die Gründe, die 2000 zur Vereinbarung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Düsseldorf führten, das kooperative Verkehrsmanagement zu installieren. Die vorhandene Verkehrsinfrastruktur soll dabei besser genutzt werden, jeder Baulastträger - Straßen.NRW für Bund und Land auf der einen Seite, die Stadt Düsseldorf auf der anderen Seite - denken über ihre eigentlichen Zuständigkeitsgrenzen hinaus.
Wenn Unfälle, Staus oder andere Ereignisse den Verkehrsfluss stören, wird der Autoverkehr mit Hilfe der Anzeigetafeln auf freie Strecken umgeleitet, sowohl für den Zielverkehr in die Landeshauptstadt als auch für den überregionalen Verkehr rund um Düsseldorf. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat seine 19 Wegweiser auf den Autobahnen A57 im Westen, A44 im Norden, A46 im Süden und A3 im Osten aufgebaut, Düsseldorfs Tafeln stehen auf den innerstädtischen Hauptverkehrsachsen. Mit schwarz-gelben Pfeilen werden die Verkehrsteilnehmer umgeleitet. Ziel des Systems ist nicht nur die Verbesserung des Verkehrsablaufs, sondern auch eine Erhöhung der Verkehrssicherheit. Ein Düsseldorfer Ingenieurbüro hat zusammen mit Straßen.NRW und der Stadt Düsseldorf das System erarbeitet, das die automatische Abstimmung der Leitsysteme erlaubt. Wenn der Verkehr umgeleitet werden muss, lassen sich die Daten der Stadt und von Straßen.NRW online abgleichen.
Verkehrsstörungen wirkungsvoll verringern
Zur Senkung des allgemeinen Staurisikos sind aktuelle Informationen zur Verkehrslage und zu den Kapazitätsreserven im gesamten Straßennetz die wichtigste Voraussetzung. "Das kooperative Verkehrsmanagement im Großraum Düsseldorf wird hierzu einen wichtigen Beitrag leisten", zeigte sich Claus-Dieter Stolle, Ministerialdirigent im Bundesverkehrsministerium, überzeugt. "Durch den ständigen Abgleich der aktuellen Verkehrslage in beiden Netzen kann mittels des abgestimmten Strategiemanagements die Anzahl, Dauer und Intensität von Verkehrsstörungen wirkungsvoll verringert werden", so Stolle weiter.

Nahmen das neue Verkehrsmanagement-System in Betrieb: Ekhard Maatz (NRW-Verkehrsministerium), Oberbürgermeister Joachim Erwin, Claus-Dieter Stolle (Bundesverkehrsministerium) und Winfried Pudenz (Straßen.NRW).
Ekhart Maatz, Abteilungsleiter im Landesverkehrsministerium, betonte, dass nun erstmals in Deutschland Verkehrsumlenkungen im gesamten regionalen Netz möglich sind. "Im Falle eines Staus kann nun der Verkehr von städtischen Straßen auf Autobahnen und umgekehrt gelenkt werden. Dies ermöglicht eine effizientere Nutzung der gesamten Straßeninfrastruktur des Ballungsraumes.", so Maatz. Er dankte der Stadt Düsseldorf und dem Landesbetrieb Straßenbau NRW für die gemeinsame Offensive gegen den Stau in Nordrhein-Westfalen. "Nutznießer sind vor allem die Berufspendler aus dem großen Einzugsgebiet der Landeshauptstadt, die künftig zügiger und stressfreier zu Ihren Arbeitsplätzen gelangen", freute sich Maatz.
"Mit der Inbetriebnahme des kooperativen Verkehrsmanagements festigen wir unseren Spitzenplatz in Sachen Telematik in Deutschland", betonte Straßen.NRW-Hauptgeschäftsführer Winfried Pudenz und verwies auf die bereits zur Fußball-WM 2006 in Betrieb genommenen 38 dWiSta-Tafeln (dynamische Wegweiser mit integrierter Stauinformation) auf den Autobahnen im Großraum Köln und im Ruhrgebiet. Weitere wesentliche Instrumente, um die Kapazitäten der Autobahnen zu erhöhen, seien die mittlerweile 77 Zuflussregelungsanlagen an Autobahnauffahrten, die für einen kontrollierten Zufluss sorgen, sowie 13 Anlagen zur Streckenbeeinflussung, die unter anderem mit Geschwindigkeitsanzeigen für einen gleichmäßigen Verkehr sorgen. Zudem habe man 17 Stauwarnanlagen in Betrieb, um Unfälle zu vermeiden, und nutze an ausgewählten Punkten die Möglichkeit, durch die Freigabe des Standstreifens kurzfristig die Kapazität der Autobahn zu erhöhen. Die "Strategiemanager-Software", die für Düsseldorf entwickelt wurde, soll künftig auch die anderen dWiSta-Tafeln automatisch steuern. Um die Datenbasis zu optimieren, kündigte Pudenz zudem den weiteren Ausbau der bislang vorhandenen 5.270 Zählschleifen in den Fahrbahnen der Autobahnen an.
Erreichbarkeit Düsseldorfs weiter verbessern
"Einzigartig in der Bundesrepublik Deutschland werden ab heute innerstädtische Verkehrsleitsysteme mit denen auf der Autobahn in dieser Form gekoppelt und automatisch abgestimmt. Der Verkehrsteilnehmer erhält erstmalig eine durchgängige Routenempfehlung, die auf der Autobahn beginnt und sich im innerstädtischen Bereich durch eine angepasste Signalisierung der Ampelanlagen fortsetzt", hob Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin hervor. Schon seit dem Jahr 2000 arbeiten das Landesverkehrsministerium, der Landesbetrieb, die Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf und die Stadt Düsseldorf eng zusammen, um Strategien zur besseren Nutzung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur im Ballungsraum Düsseldorf zu entwickeln. "Nun", so Erwin weiter, "geben wir den Startschuss für ein hochentwickeltes, strategisches System zur Verkehrssteuerung im Großraum Düsseldorf." Mit der "Gemeinsamen Initiative gegen den Stau in Nordrhein-Westfalen" wird nach seinen Worten die Erreichbarkeit Düsseldorfs für Pendler und Besucher weiter verbessert: "Dieses hochmoderne System zur Verkehrssteuerung ist für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Düsseldorf von zentraler Bedeutung, da eine funktionierende und moderne Verkehrsinfrastruktur ein entscheidender Aspekt im Standortwettbewerb ist. In der Planungs- und Bauzeit hat sich gezeigt, dass mit einer guten Kooperation der verschiedenen Baulastträger sehr viel zu erreichen ist."
Die Variotafeln im innerstädtischen Bereich stehen an der B 8n / Höhe Flughafen, der Danziger Straße / Höhe Nordfriedhof, am Kennedydamm, am Nördlichen Zubringer, an der Münchener Straße, am Südring / vor Südfriedhof und am Heerdter Dreieck.
(29. Februar 2008)

