Die Wehrhahn-Linie kommt gut voran

Tunnelvortrieb im Südast läuft planmäßig/Schlitzwandarbeiten nähern sich dem Ende
Der Bau der Wehrhahn-Linie schreitet weiter planmäßig voran. Die Schlitzwand- und Deckelarbeiten im Südast an den U-Bahnhöfen Kirchplatz und Graf-Adolf-Platz sind abgeschlossen. Dazu Beigeordneter Dr. Gregor Bonin: "Von den benötigen Schlitzwänden mit einem Umfang von 84.000 Quadratmetern sind inzwischen mehr als 60.000 Quadratmeter (= über 70 Prozent) fertig gestellt. An den U-Bahnhöfen Benrather Straße Jacobistraße/Pempelforter Straße werden die letzten Schlitzwände Anfang 2011 eingebracht. Damit nähert sich dann auch der Einsatz der Großgeräte dem Ende und der Bau der Wehrhahn-Linie verlagert sich mehr und mehr unter die Erde."
Am Kirchplatz sind der Aufzugsschacht und das Treppenhaus für die U-Bahn-Haltestelle gut erkennbar. Die Verkehrsbeeinträchtigungen werden ab April 2011 weniger werden.
Tuborine schafft bis zu 14 Meter am Tag
Nach dem Start am 1. März 2010 in Bilk ist die Tunnelvortriebsmaschine (TVM) planmäßig unterwegs. In einer 24-Stunden-Schicht legt die 60 Meter lange Maschine im Schnitt zwischen zehn und 14 Metern zurück. Nach der Durchfahrt durch den U-Bahnhof Kirchplatz befindet sie sich zurzeit im U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz. Die Maschine hat jetzt eine Strecke von 849 Metern geschafft. Es wurden 563 Ringe - jeweils 1,50 Meter breit - eingebaut. Jeder Ring besteht aus acht einzelnen Tübbings. Diese hochpräzise vorgefertigten Betonelemente bilden mit sieben großen und einem kleineren Schlussstein den Ring. Dabei wiegt jeder einzelne große Stein 6,6 Tonnen, der gesamte Ring 46,2 Tonnen.

Baudezernent Dr. Gregor Bonin erläuterte den Baufortschritt bei der Wehrhahn-Linie.
Mit Hochdruck laufen die Arbeiten am Zielschacht in der Kasernenstraße. Dort wird die "Tuborine" im Herbst 2010 einfahren. Dabei werden das Schneidrad und der etwa zehn Meter lange Bohrkopf am Zielschacht demontiert und ausgehoben, der Rest der 60 Meter langen Maschine wird nach Bilk zurückgezogen und demontiert. Mit gleicher Intensität wird der Startschacht an der Königsallee erstellt. Nach der der Demontage im Herbst wird die Tunnelvortriebsmaschine hier wieder zusammengebaut, um im Frühjahr 2011 mit den Vortriebsarbeiten für den Bohrtunnel im Ostast zu beginnen.
Startschacht Bilk (Haltestelle Bilk)
- Länge: 100 Meter
- Breite: 20 Meter
- Tiefe: 17 Meter
Die Tunnelvortriebsmaschine hat dort am 1. März den Betrieb aufgenommen. Von dort aus wird die Maschine mit Tübbings und Verpressmörtel versorgt. In der westlich davon gelegenen Baustelleneinrichtungs-Fläche wird das beim Vortrieb abgebaute Boden-Bentonit-Gemisch separiert. Bisher wurden rund 60.000 Kubikmeter Erdreich in der Röhre abgebaut. Ab Herbst 2010 wird der Tunnel nach Osten bis über die Bachstraße verlängert.
U-Bahnhof Kirchplatz
Die Schlitzwand- und Deckelarbeiten sind abgeschlossen. Der Bohrtunnel unterhalb der Bahnhofsdecke ist ebenfalls schon erstellt. Zurzeit laufen noch restliche Kanalarbeiten. Nach der Fertigstellung des Bohrtunnels im Südast wird die Schildlogistik zurückgebaut, so dass mit den Arbeiten unter dem Deckel ab Anfang 2011 begonnen werden kann.
Die Fahrbahn des Fürstenwalls im Bereich des Kirchplatzes steht Anfang Oktober wieder für den Verkehr in beiden Richtungen zur Verfügung. Die abschließenden Arbeiten an der Oberfläche starten im Januar 2011 und dauern etwa bis April. Dann kommen auch die Straßenbahnschienen in ihre ursprüngliche Lage in der Straßenmitte zurück. Die Arbeiten am U-Bahnhof vollziehen sich dann komplett unterirdisch. Dazu wird bereits ein großer Schacht angelegt, durch den die Baustelle von der Oberfläche bedient werden kann.
Ausgedient hat auf der Elisabethstraße ein zwölf Meter tiefer kreisrunder Schacht unmittelbar hinter der Kreuzung Bilker Allee. Von dort sollten bei Bedarf Injektionen vorgenommen werden, wenn sich bei Durchfahrt der Tunnelvortriebsmaschine Setzungen gezeigt hätten. Dazu ist es aber nicht gekommen, wie Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement, erläuterte. Die Maschinerie im Schacht ist bereits abgebaut, und die sechs Meter im Durchmesser große Öffnung wird bald wieder geschlossen. Ähnliche Schächte gibt es auf dem Schadowplatz, am Tausendfüßler und am Wehrhahn.
U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz
In ähnlicher Weise wie am Kirchplatz sind auch dort die Schlitzwand- und Deckelarbeiten sowie die erste Bahnhofsdecke unter dem Deckel fertig gestellt. Es laufen noch restliche Kanal- und Leitungsarbeiten. Die Verlegung des Verkehrs in die ursprüngliche Lage wird in der zweiten Jahreshälfte 2010 stattfinden. Der Bohrtunnel ist bereits zu 30 Prozent unter dem Deckel vorhanden. Auch dort wird ab Anfang 2011 unter dem Deckel weitergearbeitet.
Unter dem Graf-Adolf-Platz ist ein großer Arbeitsraum entstanden, der nach Beendigung der U-Bahn-Bauarbeiten wieder verfüllt wird.
Über der zwei Meter dicken Decke des künftigen Bahnhofes tut sich derzeit ein großer Hohlraum auf. Nur 50 Zentimeter darunter steht derzeit die Tunnelvortriebsmaschine. Darüber verlaufen die Straße und die Trasse der Rheinbahn auf einer 1,50 Meter dicken Betondecke. Der Hohlraum stellt nur einen Zwischenzustand dar und wird später wieder verfüllt.
U-Bahnhof Benrather Straße
Dort laufen Kanalbauarbeiten, um den jetzt noch im Bereich des künftigen Bahnhofes verlaufenden Kanal nach außerhalb zu verlegen. Mit Hochdruck wird am Zielschacht für die Tunnelvortriebsmaschine gearbeitet. Außerdem laufen Arbeiten an der aufgeständerten Transportleitung, durch die später das abzupumpende Grundwasser in den Kö-Graben geleitet wird.
U-Bahnhof Schadowstraße
Nach Abschluss der Leitungsverlegungen auf der Südseite werden in Kürze die Schlitzwandarbeiten auf der Schadowstraße beginnen, so dass zur Weihnachtszeit die Geschäfte dort gut erreichbar sein werden. Im Bereich der Tuchtinsel werden zurzeit Primärstützen, Brunnen und Pegel erstellt, danach beginnt der Aushub für die Herstellung des Deckels.
U-Bahnhof Jacobi-/Pempelforter Straße
Um die Schlitzwände in der zweiten Hauptverkehrsphase erstellen zu können, laufen hier zurzeit zahlreiche Leitungsverlegungen.
Haltestelle Wehrhahn
Nachdem dort Leitungen und Kanäle verlegt wurden, sind im Juni die Schlitzwandarbeiten aufgenommen worden.
U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee
An dieser Station wird die künftige Wehrhahn-Linie mit dem bestehenden U-Bahnnetz verknüpft. Für die U-Bahn-Bauer ist dieser Abschnitt vor allem durch die anspruchsvolle Unterquerung des Kaufhofes gekennzeichnet. Für das intern als "Los 2" bezeichnete Projekt ist auf dem Corneliusplatz die Startbaugrube mit Schlitzwänden und Deckelarbeiten fertig gestellt. Mittlerweile wurde dort der Boden bis auf eine Tiefe von acht Metern ausgehoben, um die ersten Bohrungen für die Kompensationsinjektionen in den Baugrund zu bringen. Am anderen Ende im Bereich der Kreuzung mit der Heinrich-Heine-Allee befindet sich die Zielbaugrube. Dort beginnen in Kürze Düsenstrahlarbeiten für die Bodenverfestigung unter dem Kaufhof.
(21. Juli 2010)


