Separieranlage trennt Erdreich und Bentonit

Arbeit nach dem Prinzip einer großen Wäscheschleuder
Laien sprechen respektlos von einer großen Wäscheschleuder und meinen damit die große Separieranlage auf dem ehemaligen Parkplatz an der Elisabethstraße in Nachbarschaft zum Startschacht der Tunnelvortriebsmaschine (TVM). Diese Anlage ist wesentliche Voraussetzung für den Betrieb der TVM. In die Separieranlage wird über Leitungen das an der Spitze der TVM abgebaute Erdreich transportiert und weiter bearbeitet. Immerhin fallen pro eingebautem Betonring für die Tunnelröhre der Wehrhahn-Linie 110 Kubikmeter abgebautes Erdreich an.
Die Separieranlage am Bilker Bahnhof auf dem ehemaligen Parkplatz an der Elisabethstraße (2 Bilder).
Was in der Separieranlage ankommt, ist eine breiige Mischung aus dem beim Vortrieb eingesetzten Bentonit und dem abgebauten Erdreich, das hauptsächlich aus Kies besteht. Mit Hilfe der Separieranlage wird nun das Bentonit vom den Erdreich gelöst und - nach einer Aufbereitung (Regeneration) - wieder in den Kreislauf der TVM zurückgeführt.
Warum Wäscheschleuder? Das ankommende Erdreich wird zunächst nach dem Eintreffen in einem Verteilerkasten über unterschiedlich große Siebe (14 und 4 Millimeter) geführt, wobei feste Bestandteile in den entsprechenden Größe gelöst werden. In drei weiteren Arbeitsgängen wird dann das verbleibende Gemisch in Zentrifugen (die Fachleute sprechen von "Zyklonen") geleitet. Dort wird die noch vorhandene Flüssigkeit herausgeholt. Diese Flüssigkeit ist überwiegend das Bentonit, dem beim Abbau des Erdreiches durch das Schneidrad an der Spitze der TVM die stabilisierende Wirkung zukommt.
167.000 Kubikmeter Erdreich wird abgebaut
Das gelöste Bentonit wird genau untersucht. Wenn die Anteile der Feststoffe in der Suspension noch stimmen, kann sie in den Kreislauf zurückgepumpt werden. Ansonsten werden die Reste in einem Becken mit Altbentonit gesammelt. Um den Kreislauf stabil zu halten, wird Frischbentonit in dem Maße zugeführt, wie verbrauchtes Material entfernt wurde. Das herausgelöste Erdreich wird von der Separieranlage zur Deponie gebracht.
Die Separieranlage hat ein Leistungsvermögen von 2.800 Kubikmeter pro Stunde. Sie ist vollkommen eingekapselt und lässt kaum Lärm nach außen dringen. Auch das im zweiten Abschnitt des Tunnelvortriebs in Richtung "Am Wehrhahn" abgebaute Material wird zur weiteren Bearbeitung über Leitungen nach Bilk transportiert. Beim Bau der beiden Röhren für die Wehrhahn-Linie müssen insgesamt 167.000 Kubikmeter Erdreich abgebaut werden.
(31. Juli 2010)


