Tunnelkreuzungen als komplexe Ingenieurleistung

Am U-Bahnhof Schadowstraße entstehen Bahnhof und neuer Straßentunnel in unmittelbarer Nachbarschaft
Einer der besonders exponierten Punkte beim Bau der Wehrhahn-Linie ist für Ingenieure und Bauleute der Kreuzungsbereich der U-Bahn-Trasse mit den Straßentunneln rund um den Kö-Bogen. In der jetzigen Rohbauphase lassen sich die unmittelbare Nähe und die baulichen Abhängigkeiten der von einander absolut getrennten Bauwerke gut beobachten. Im Vordergrund steht dabei, baubetrieblich und insbesondere terminlich beide Maßnahmen aufeinander abzustimmen.
Querschnitt durch einen Teil des künftigen U-Bahnhofes Schadowstraße und Lage der beiden Röhren für die neuen Straßentunnel.
Die zeitlichen Abhängigkeiten werden dort jetzt gerade sehr deutlich. Etwa Mitte Juni wird die Tunnelvortriebsmaschine "Tuborine" auf ihrer Fahrt durch das Erdreich vom Corneliusplatz zum Wehrhahn den Bahnhof Schadowstraße erreichen. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die Decke des späteren U-Bahnhofs fertig hergestellt sein. In der Zeit, in der sich dann die Tunnelvortriebsmaschine weiter in Richtung Wehrhahn voranarbeitet, ist das einzige Zeitfenster, in dem der den U-Bahnhof querende Tunnelabschnitt des Kö-Bogens gebaut werden kann. Dieser Abschnitt muss wiederum bis November 2011 fertig sein, um danach planmäßig die weiteren Aushubarbeiten und den Rohbau des U-Bahnhofs durchführen zu können.
Die gewaltige Grube an der Kreuzung Berliner Allee/Schadowstraße nimmt bald einen ersten Abschnitt des Straßentunnels für den Kö-Bogen in Fahrtrichtung Süd-Nord auf. Unten zu erkennen die Decke des künftigen Bahnhofes Schadowstraße. Die U-Bahn-Trasse verläuft noch darunter.
Am künftigen U-Bahnhof Schadowstraße sind rund 13.000 Quadratmeter Schlitz- und Dichtwände und der Deckel, unter dem der U-Bahnhof gebaut wird, komplett fertig gestellt. Unter dem Deckel ist das Erdreich sieben Meter hoch ausgehoben worden und die Decke des späteren Bahnhofs ist eingebaut worden. Es fehlen noch zwei Blöcke, wobei der letzte Block unter dem späteren Straßentunnel des Kö-Bogens mit einer Kubatur von 1.600 Kubikmetern (etwa 200 Fertigbetonfahrzeuge) Anfang Juni hergestellt wird. Bei einer Deckenstärke von 2,50 Metern ist das der größte Einzelbetonierabschnitt beim Bau der gesamten Wehrhahn-Linie. Die Fertigstellung der Decke ist zwingend bis Mitte Juni notwendig, weil danach die Tunnelbohrmaschine den Bahnhof durchfahren wird.
Blick über die Decke des Bahnhofes Schadowstraße. Unter der Straße ist ein mächtiger Hohlraum entstanden. Die Öffnung am Ende zeigt den Verlauf des an dieser Stelle querenden Straßentunnels. Der Hohlraum wird später wieder verfüllt.
Von Mitte Juni bis Mitte Juli durchfährt die Tunnelbohrmaschine den Bahnhof Schadowstraße. In dieser Zeit und weiter bis zur Fertigstellung der gesamt Oströhre im Oktober 2011 sowie dem Rückbau der Tuborine bis November 2011 gibt es unter der Oberfläche keine Baumaßnahmen für die Wehrhahn-Linie.
In dieser Zeit wird das den U-Bahnhof querende Teilstück des Tunnels Kö-Bogen gebaut, das wiederum bis November 2011 fertig gestellt sein muss, um danach mit den Aushubarbeiten unter der Bahnhofsdecke zu beginnen. Die Rohbauarbeiten des Bahnhofs werden dann etwa Mitte 2012 planmäßig starten.
Kurzfristig beginnen an der Oberfläche in der Schadowstraße und in der Berliner Allee nördlich des U-Bahnhofes Leitungsverlegungen. Dabei werden in der Schadowstraße auf der südlichen Seite die Provisorien zurückgebaut und auf dem Deckel in ihre endgültige Lage gebracht. Dabei werden auch die Kellerlichtschächte an den Häusern wieder hergestellt. In der Berliner-Allee werden die Leitungen aus dem Baufeld des späteren Tunnels und der Tunnelrampe entfernt und umgelegt. Diese Arbeiten werden bis Oktober 2011 fertig gestellt.
| Zahlen zum Bahnhof Schadowstraße | |
|---|---|
| Schlitz- und Dichtwände | 13.000 Quadratmeter |
| Deckel | 2.600 Quadratmeter |
| Bodenaushub unter dem Deckel | 18.500 Kubikmeter (bis Unterkante Bahnhofsdecke) |
| Hohlraum zwischen Deckel und Decke (wird wieder verfüllt) |
12.500 Kubikmeter |
| Beton der Decke | 4.500 Kubikmeter |
| Beton Tunnel Kö-Bogen | 900 Kubikmeter |
| Betonstahl | 500 Tonnen |
(23. Mai 2011)


