Tuborine hat ihr Ziel erreicht

Beim Bau der Düsseldorfer Wehrhahn-Linie ist ein weiteres wichtiges Etappenziel geschafft
Beim Bau der 3,4 Kilometer langen Düsseldorfer U-Bahntrasse der "Wehrhahn-Linie" ist ein weiteres bedeutendes Etappenziel geschafft: Die Tunnelbohrmaschine erreichte am Mittwoch, 14. Dezember, nach einer 955 Meter langen unterirdischen Fahrt ihr Ziel am Wehrhahn östlich der Kölner Straße. Oberbürgermeister Dirk Elbers und Tunnelpatin Astrid Elbers begrüßten Mannschaft und Maschine nach erfolgreicher Arbeit am Ziel. Nach vorangegangener Taufe hatte die Maschine am 26. April am Corneliusplatz ihre Arbeit aufgenommen.
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Tuborine schafft den Durchbruch
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Ansprache von Tunnelpatin Astrid Elbers
Ansprache von Tunnelpatin Astrid Elbers
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Tuborine schafft den Durchbruch
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Tuborine schafft den Durchbruch
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Tuborine schafft den Durchbruch
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Tuborine schafft den Durchbruch
Und diesmal gab es beim Durchbrechen der letzten etwa zwei Meter dicken Betonmauer auch richtig etwas zu sehen. Das obere Drittel des mächtigen Schneidrades durchbrach sichtbar die Wand, während der untere Teil in der mit Grundwasser gefüllten Zielgrube den Blicken entzogen war. Bei der Ankunft nach der ersten Etappe in der Kasernenstraße hatten lediglich aufsteigende Luftblasen in der komplett mit Wasser gefüllten Grube das erfolgreiche Ende der Mission signalisiert.
Um 11.35 Uhr hatte die "Tuborine" ihre Arbeit getan und wurde unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer am Rand der Baugrube abgestellt. Da begannen sich dann auch die letzten Staubwolken zu verziehen, die die Maschine beim Zerschneiden des trockenen Betons hervorgewirbelt hatte. Knapp 20 Minuten hatte sie zuvor unter lautem Knirschen auch den Rest der letzten Betonwand "geknackt". In der Grube hatte sich das mächtige Schneidrad Stück für Stück und dabei für die Zuschauer immer deutlicher sichtbar werdend vorangearbeitet. Tunnelpatin Astrid Elbers hatte zuvor die Tunnelmannschaft für ihre präzise Arbeit gelobt und ihren Dank ausgesprochen, dass die Arbeiten im Tunnel unfallfrei abgeschlossen werden konnten. "Für mich selbst", so die Tunnelpatin, "war das eine großartige Erfahrung und ich sage Mannschaft und Maschine ein letztes Glückauf."
Für das Unternehmen Bilfinger Berger hatte zuvor Projektleiter Benno Ferrière unterstrichen, dass die 60-köpfige Tunnelmannschaft einen guten Job gemacht hat. Neben der Unfallfreiheit hob er vor allem hervor, dass es auf der gesamten Strecke beim Durchfahren des Untergrundes zu keinen nennenswerten Setzungen gekommen ist.
Die zweite Etappe bescherte Mannschaft und Maschine eine Menge an Herausforderungen. Mehrmals mussten aufgrund des langen Transportweges die stählernen Transportleitungen überholt werden. Zu durchfahren waren die Wände der künftigen Bahnhöfe Schadowstraße und Jacobistraße/Pempelforter Straße. Dazu auch noch ein gewaltiger unterirdischer Betonkern, der zur Sicherung von Gebäuden an der Straße "Am Wehrhahn" zuvor injiziert worden war.
Daneben gab es als Besonderheit den zeitaufwändigen Einbau von Stahltübbings auf einer Strecke von 21 Metern. Benötigt wurden 112 derartige Tübbings, die eine Wandstärke von 45 Zentimetern haben. Sie wurden deshalb verwendet, weil dort in unmittelbarer Nachbarschaft später eine Röhre des Kö-Bogen-Tunnels geplant ist. Die Stahltübbings bieten die Gewähr, dass es dann dort beim Aushub des Erdreiches keine Verformungen in der Tunnelröhre gibt.

Blick in die Tunnelröhre, hier zwischen Bilker Bahnhof und Kirchplatz.
Demontage ab Januar
Die Tunnelbohrmaschine wird nun ab Januar wieder demontiert: Der vordere, knapp zehn Meter lange Teil mit dem Schneidrad und dem Schildmantel direkt an der Kölner Straße, der Rest der Maschine wird durch die fertige Röhre bis zum Corneliusplatz zurückgezogen und dann in Einzelteile zerlegt. Die Maschine, die in Düsseldorf auf den Namen "Tuborine" getauft worden war, zählt jetzt keineswegs zum alten Eisen. Sie wird beim Hersteller überholt und mit ihren wesentlichen Teilen für einen neuen Einsatz vorbereitet. Im März wird die Demontage abgeschlossen sein. Parallel werden auch die Transportleitungen zurückgebaut, so an der Königsallee und in der Benrather Straße, über die die Ver- und Entsorgung der Maschine lief. Das gilt auch für die große Separieranlage, die in Bilk an der Elisabethstraße installiert worden war.
Über 12.000 Tübbings eingebaut
Über 12.000 Tübbings wurden für die Wehrhahn-Linie gebraucht. Sie wurden in einem Betonwerk in Nievenheim produziert. Tübbings sind die mächtigen Betonteile, die von der Tunnelbohrmaschine unter der Erde zu einem geschlossenen Ring zusammengesetzt werden. Genau 12.144 dieser jeweils 6,5 Tonnen schweren Betonelemente wurden für die Röhre der Wehrhahn-Linie benötigt. Auf dem ersten Abschnitt waren es 6.936 Tübbings, beim zweiten Abschnitt 5.208.
Auf ihrer ersten Etappe legte die Tunnelbohrmaschine zwischen Elisabeth- und Kasernenstraße eine Strecke von 1.298 Metern zurück. Die zweite Etappe reichte über 955 Meter vom Corneliusplatz bis zum Wehrhahn östlich der Kreuzung mit der Kölner Straße. Gestartet war sie zunächst in einer verkürzten Version. Die deutlich geringere Größe des Startschachtes, gegenüber dem Schacht in Bilk, ließ den vollständigen Aufbau erst zu, als sich die Maschine schon ein Stück unter der östlichen Königsallee voran bewegt hatte. Danach hatte die Maschine wieder eine Länge von 65 Metern und ein Gewicht von 1.302 Tonnen. Sie hat einen Durchmesser von 9,50 Meter. Auf ihren beiden Etappen "fraß" sie insgesamt fast 170.000 Kubikmeter Erdreich aus dem Untergrund heraus.
(14. Dezember 2011)


